FC Sion – Verein, Stadion und Fans

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Der schweizerische Fußballverein FC Sion stammt aus der gleichnamigen Stadt Sion – zu deutsch „Sitten“. Sie liegt im Kanton Wallis, der sich im Südwestern der Schweiz befindet. Deswegen sind Spieler sowie Anhänger des Vereins auch als Sittener oder Walliser bekannt. Nach seiner Gründung 1909 brauchte der Klub ein halbes Jahrhundert, um sich bis in die höchste schweizerische Liga zu spielen – 1962/63 trat der FC Sion erstmals in der Nationalliga A an, Vorgänger der heutigen Super League.

Drei Jahre später triumphierte Sion zum ersten Mal im schweizerischen Pokal, den der Verein insgesamt 13 Mal gewinnen konnte. Dabei steht bis heute eine unglaubliche Serie von 13 erfolgreich bestrittenen Pokalendspielen in Folge. Einen weiteren Rekord stellte FC Sion auf, als man im Jahr 2006 den Pokal sogar als Zweitligist gewann – bis heute einmalig! Dazu kommen zwei Meistertitel in den Jahren 1992 und 1997. Auf europäischer Bühne reichte es bisher nicht für einen Titelgewinn – das höchste der Gefühle war der Einzug in ein Viertelfinale. Im Europapokal der Pokalsieger verpasste Sion 1986/87 den Sprung in das Halbfinale – gegen den 1. FC Lokomotive Leipzig (0:2, 0:0).

Stade de Tourbillon – Stadion des FC Sion

Seit 1968 trägt FC Sion seine Heimspiele im östlichen Teil der Stadt aus, im 14.000 Zuschauer fassenden Stade de Tourbillon. Damit bietet das Stadion Platz für die halbe Einwohnerschaft Sions, in dem etwa 30.000 Menschen leben. In der Kleinstadt findet man das Stade de Tourbillon recht zügig, genügend Ausschilderungen bringen Autofahrer direkt zum Stadion. Auch wer öffentliche Verkehrsmittel nutzt, findet den Weg zur Arena relativ leicht und benötigt vom Bahnhof ca. 15 Minuten zu Fuß. Auswärtsfahrter finden den Gästeblock in Sion im südöstlichen Teil des Stadions – Block D4.

Stade de Tourbillon FC Sion

Jede Modernisierung und jede Erweiterung des Stade de Tourbillon bedeuten eine finanzielle Herausforderung, weswegen nur kleine Schritte in eine große Zukunft erfolgen. Mit Unterstützung der Gemeinde fand bisher eine größere Modernisierung statt: In den Jahren 1986 bis 1996 investierte man acht Millionen Euro in die Tribünen und das Dach sowie zusätzliche Sitzplätze und moderne Umkleidekabinen. Bis 2020 will der Verein nochmals ca. zwölf Millionen Euro ausgeben, um den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden. Das Ziel ist klar: der FC Sion will regelmäßig in Europa mitmischen.

Die Ultras des FC Sion auf der „Gradin Nord“

In Sion bildete sich eine der ersten Ultra-Gruppierungen in der Schweiz. 1994 fanden sich dort diverse Unterstützer zusammen, sodass der organisierte Support durch die „Ultras Sion“ seit 1994 anhielt. Im Laufe der Zeit entstanden weitere Ultra-Gruppen wie die „Freaks Sion“ im Jahr 2006 und „Lousy Scum“ 2012. Sie standen seither für bedingungslose Unterstützung auswärts und zuhause im Stade de Tourbillon, wo sie nicht nur durch ihre lautstarken Gesänge auffielen. Auch an ihren Bannern und oft sehr auffälligen Choreographien in der Nordkurve waren sie zu erkennen.

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Doch das alles schien im Mai 2013 vorbei zu sein – aber warum? Die drei Ultra-Gruppen entschieden sich für einen Boykott der Heimspiele ihres Klubs. Grund dafür war vor allem das Handeln des Präsidenten Christian Constantin – der Geldgeber des Vereins stand wegen ständiger Trainerwechsel und mangelhafter Struktur sowie Konstanz in der Kritik. Der Boykott hielt ganze zwei Jahre an, ehe die Ultras im Juli 2015 ihr Comeback erklärten. Nach diversen Gesprächen zwischen Verantwortlichen des FC Sion und Fanvetretern gehen beide Parteien wieder einen gemeinsamen Weg. Seitdem ist die „Gradin Nord“ wieder ein echter Rückhalt auf dem Weg zur Etablierung in Europa.

Sion – guter Wein und alte Töne

Die Stadt Sion liegt im hügeligen Alpenland und weist daher enorme Höhenunterschiede auf. Während einige Sehenswürdigkeiten wie die Ruine des Schlosses Tourbillon auf Erhöhungen stehen, befindet sich der Großteil des Wohnraumes im Flachland. Durch diese Gegebenheiten eignet sich Sion sehr gut für etliche Wandertouren: aus der Ebene heraus lassen sich die enormen Ausmaße der Alpen erblicken, von den Bergen hinab blickt man über das Stade de Tourbillon sowie die mittelalterliche Altstadt.

Stadt Sion - Heimat FC Sion

In einer der diversen Kirchen, nämlich in der Basilika von Valeria kann man die älteste spielbare Orgel der Welt betrachten. Sie wurde ca. 1430 gebaut und ist neben großen Weinanbaugebieten eine Besonderheit Sions.

Tipps:

  • Schloss Tourbillon (Ruine)
  • Notre-Dame de Valère (Wallfahrtskirche)
  • Orgel der Basilika von Valeria
  • roter Pinot Noir (Wein)

Bildquellen