Lokomotive Moskau – Verein, Stadion und Fans

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Im Jahr 1923 gründeten die fußballerisch besten Eisenbahnführer der Sowjetunion in Moskau den heutigen Fußballverein Lokomotive Moskau. Von 1936 bis 1991 nahm „Loko“ – wie die eigenen Fans den Klub nennen – an der sowjetischen Liga teil ohne dabei eine Meisterschaft gewinnen zu können. Dies änderte sich in der russischen Premjer-Liga, in der man seit 1992 vertreten ist. Dort konnte Lokomotive Moskau bisher zwei Meistertitel einfahren. Neben den Triumphen 2002 und 2004 kann der Verein auch auf sieben nationale Pokalsiege zurückblicken. Darüber hinaus gewann Loko zweimal den sowjetischen Pokal, darunter dessen erste Austragung im Jahr 1936.

Auf internationaler Ebene ist Lokomotive bis heute titellos geblieben. Die größten Erfolge erzielte der Klub im Europapokal der Pokalsieger, mit dem zweimaligen Einzug in das Halbfinale. 1997/98 schied man gegen VfB Stuttgart aus und ein Jahr später war gegen Lazio Rom Endstation. In der Champions League reichte es zu einem Achtungserfolg als man die Gruppenphase gegen Arsenal, Inter Mailand und Dynamo Kiew überstand. Jedoch war im folgenden Achtelfinale gegen AS Monaco Schluss.

Lokomotiv-Stadion in Moskau

Die Heimspielstätte von Lokomotive Moskau ist mit 28.800 Plätzen kein besonders großes Stadion. Allerdings überzeugt es seit seinem Umbau in den Jahren 2001 und 2002 durch einen hohen Grad an Modernität. Neben den Spielen von Lokomotive finden auch Heimspiele der russischen Nationalmannschaft im Lokomotiv-Stadion statt, das ursprünglich 1923 entstand.

Lokomotive Moskau Stadion

Die Arena von Lok wird durchschnittlich von 10.000 Zuschauern pro Spiel besucht, womit der Verein im Zuschauer-Ranking Russlands nur auf Platz sieben landet. Sogar vermeintlich kleinere Klubs wie Arsenal Tula und Terek Grozny haben einen besseren Schnitt. Die Heimfans sind auf der Südtribüne des Stadions zu finden, während der Gästeblock in Moskau auf der Nordtribüne liegt.

Lokomotiv-Stadion Plan

Fankultur von Lokomotive Moskau

Im Jahr 2005 gründeten die Anhänger von Lok eine Fan-Organisation namens United South. Sie verbindet Ultras mit anderen Fans und ist die Grundlage für die Fankultur des Klubs, da sie beispielsweise Choreografien plant. Die Derbys gegen ZSKA oder Dynamo nehmen keine extremen Ausmaße an, lediglich zu Spartak haben die Anhänger ein rivalisierendes Verhältnis.

Fans Lokomotive Moskau

Trotz strikter Verbote in Russlands Fußballstadien fallen die Fans von Lokomotive Moskau immer wieder durch Pyro-Aktionen und Böller auf. Sogar im eigenen Stadion sorgen die enthusiastischen Ultras nicht nur für akustische, sondern auch optische Highlights in Form von Bengalos. Alles in allem machen sie eine ordentliche Stimmung, die sicher ein paar mehr Zuschauer im Stadion verdient hätte.

Weltkulturerbe in Moskau

Abseits des Fußballplatzes können Besucher ihre Zeit in Moskau zum Kulturtrip machen. Der Rote Platz im Herzen der Stadt und der Moskauer Kreml wurden im Jahr 1990 sogar in die UNESCO-Reihe des Weltkulturerbes aufgenommen. Auch das Bolschoi-Theater ist wenigstens einen Schnappschuss wert, wenn nicht sogar den Besuch einer Aufführung. In unmittelbarer Nähe findet sich auch das kleinere Maly-Theater wieder.

Bolschoi-Theater Moskau

Die Metropole bietet noch so viel mehr: von historischen Gebäuden über hunderte Kirchen bis hin zu den modernsten Bauten lässt sich alles entdecken. Die Vielfalt der Attraktionen lädt jedermann zu einer Stadttour ein – egal ob vor oder nach dem Besuch eines Heimspiels von Lokomotive Moskau.