Asteras Tripolis

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Der in Tripoli beheimatete Fußballclub PAE Asteras Tripolis wurde 1931 gegründet. Der peloponnesische Fußballverein spielt in Griechenlands erster Liga, der Super League. Asteras ist einer der aufstrebenden Fußballclubs des Landes. Dem Verein gelang es innerhalb von nur sechs Jahren aus Griechenlands fünfter Liga bis in die griechische Bel Etage aufzusteigen. In der Folge konnte sich das Team von Asteras Tripolis in der Super League etablieren und dabei einige Achtungserfolge, sowohl national als auch international feiern.

Wechselhafte Geschichte

Nachdem Asteras Tripolis bereits 1931 die offizielle Lizenz vom griechischen Fußballverband erhielt, blieb der Verein zunächst inaktiv. Im darauffolgenden Jahr wurde Asteras, wie auch alle anderen Fußballclubs aus Tripolis vorrübergehend aufgelöst. In dieser Zeit gründete ein griechischer Unternehmer einen Verein namens „Kerameikos“. Da ihm allerdings eine formelle Anerkennung seitens des Fußballverbands verwehrt blieb, entschied er sich 1939 alle Spieler zu Asteras Tripolis zu transferieren. Damit begann der eigentliche Spielbetrieb für Asteras, der allerdings aufgrund der deutschen Besatzung 1941 erneut ein abruptes Ende fand. Zwei Jahre nach Ende des zweiten Weltkrieges nahm Asteras den Spielbetrieb wieder auf. In der Folge konnten sie achtmal die regionale Meisterschaft und dreimal den Pokal Arkadiens für sich entscheiden.

2001: Odyssee in eine neue Ära

Im Jahr 2001 läutete Asteras Tripolis eine neue Ära ein. Nach einigen Reformen in der Führungsetage des Vereins, gelang es dem Club fünf Jahre in Folge (September 2001 – November 2006) zu Hause unbesiegt zu bleiben. Ein Rekord für die Geschichtsbücher. Im Jahr darauf, am 12. Mai 2007, wurde die erfolgreiche Phase mit dem Aufstieg in die griechische Eliteliga (Super League) gekrönt. In ihrer Debütsaison im Oberhaus gelang es dem peloponnesischen Fußballclub, sowohl den amtierenden griechischen Meister Olympiakos Piräus als auch Panathinaikos Athen und PAOK Saloniki im Hin- und Rückspiel zu besiegen. Noch nie zuvor gelang das Kunstück einem Aufsteiger. 2013/14 war Asteras bisherige erfolgreichste Saison der Vereinsgeschichte. So schloss man die griechische Meisterschaft mit dem dritten Platz ab und qualifizierte sich damit für die Europa League Vorrunde. Zudem stand man erstmals im griechischen Pokalfinale, musste sich dort allerding Olympiakos Athen geschlagen geben. Auch beim ersten Auftritt auf internationalem Bankett konnte der Verein Achtungserfolge feiern. So gelang der überraschende Einzug in die Europa League Gruppenphase mit Triumpfen über Mainz 05 und Maccabi Tel-Aviv.

Koriopolis Skandal

Zweifelhafte Berühmtheit erlangte Asteras Tripolis im Jahr 2015, als auf Anordnung des FIFA und Interpol bekannten Singapurer Zockers Wilson Raj Perumal gleich 24 Spiele verschoben wurden. Sowohl der Präsident als auch der Inhaber Asteras müssen sich derzeit vor der Strafjustiz verantworten.

Asteras-tripolois_fans Asteras Tripolis
Asteras Tripolis
Asteras Tripolis
Amikklon, 221/00, Griechenland
Tripoli
1979
2007-2009
7.423
7.716 Plätze
1.675 (Saison 15/16)
Süd Tribüne

Theodoros Kolokotronis Stadium – Spielstätte von Asteras Tripolis

Die Spieler von Asteras Tripolis tragen ihre Heimspiele mit Beginn der Saison 2009/10 im Stadio Theodoros Kolokotronis aus. Nachdem die in Privatbesitz befindliche alte Heimstätte, das Asteras-Tripolis Stadion nicht mit der rasanten Entwicklung des Vereins mithalten konnte, musste der Verein aufgrund von Erstliga-Bestimmungen in das 2009 umgebaute Stadio Theodoros Kolokotronis umziehen. Das Stadion bietet 7.716 Zuschauern Platz, davon 4.500 überdacht. Es ist ein kleines rudimentäres Stadion bestehend aus vier unterschiedlich großen Tribünen an jeder Seite des Spielfeldes.

Intime Stadionatmosphäre

Die Anhänger von Asteras Tripolis sorgen für eine anständige Atmosphäre und sind sehr sangesfreudig. So vernimmt man auch bei einem Heimspiel Asteras eher Gesang als Schlachtrufe. Sie sind sehr friedvoll und überaus dankbar in ihrer gut 30.000 Einwohner Stadt, Erstliga- und sogar teilweise internationalen Fußball sehen zu bekommen. Das Stadion ist recht spartanisch gehalten und da nur wenige Zuschauer hineinpassen und durchschnittlich noch weniger dort sind, trifft es die etwas beschönigende Bezeichnung „Intim“ wohl am besten.

Wissenswertes und Tipps für Auswärtsfahrer

Vorab sei nochmals darauf hingewiesen, dass sich die Heimat des Vereins nicht in der libyschen Hauptstadt verorten lässt – wie man vielleicht annehmen könnte. Bei der Stadt Tripolis, in Bezug auf Asteras Tripolis, handelt es sich vielmehr um die Hauptstadt der peloponnesischen Halbinsel die etwa 160 Km von der griechischen Hauptstadt Athen gelegen ist. Das „S“ ist Stumm, daher eigentlich Tripoli. Die Anreise gestaltet sich sowohl mit dem Auto als auch mit dem Zug recht gut. Allerdings gilt es zu beachten, dass die Ausschilderung auf das Gipedo Astera Stadion, dem früheren Namen der Spielstätte, verweist. Für etwa 10 Euro bekommt ihr ein Ticket, sollte euer Herzens-Verein wie vormals Mainz 05 oder Schalke 04 auf Asteras Tripolis treffen.

TripoliGreece Asteras Tripolis

Der Gästebereich ist in der Südtribüne verortet. Er ist mit jeder Menge Natodraht an der Absperrung des Zaunes angereichert. Die Bereiche werden bei internationalen Spielen von Soldaten getrennt. Zudem muss man sich vor dem Stadion auf Polizeikontrollen einstellen. Ein Fanshop oder Bars findet ihr in unmittelbarer Umgebung weniger, dafür lädt die unberührte Natur der am Ägäischen Meer gelegenen Region Peloponnes ein. Wir haben es trotzdem geschafft euch nachfolgend ein paar Kurztipps zusammenzustellen.


Tipps:

  • Zum Bummeln: Street Market Tripoli – Entdecken sie antike Schätze Griechenlands
  • Fürs Auge: War Museum of Tripoli – wenn Darstellung der Kriegsgeschichte, dann so
  • Gegen den Durst: Pinakothiki – Eine der schönsten Tavernen des Landes
  • Gegen den Hunger: Villa Incognito – traditionelles Essen im Ambiente der goldenen Zwanziger

(Un)bekannte Fußballer und Pablo de Blasis

Die bisherigen Spieler von Asteras Tripolis, sind aufgrund der erst kurzen Profi Historie des Vereins, allesamt recht unbekannt. Gäbe es da nicht Pablo de Blasis, der im damaligen Dress Asteras im Europa League Qualifikationsspiel gegen Mainz 05 einen Sehenswerten Treffer erzielte und kurz darauf von Mainz 05 verpflichtet wurde.

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