Gabriel Batistuta – Ein Mann, den sogar Maradona verehrt

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Ein argentinischer Nationalspieler, der zu den besten Angreifern seiner Zeit zählt, erntet die Anerkennung vieler Menschen. Aber um sich den Respekt von Diego Armando Maradona zu verdienen, muss man ein Ausnahmespieler sein. Gabriel Batistuta, Spitzname „Batigol“, war ein Phänomen und wurde deswegen von Maradona in dessen Top-Elf argentinischer Fußballer gewählt (Januar 2017). Nie wieder habe er einen Spieler gesehen, der so viel Kraft in einen Schuss stecken kann.

Als Gabriel Omar Batistuta am 01. Februar 1969 im argentinischen Reconquista geboren wurde, ahnte natürlich noch niemand was für ein großer Fußballer mal aus ihm werden würde. Er selbst wusste sogar 18 Jahre später noch nicht, wer genau dieser Gabriel Batistuta eigentlich ist und wer er sein will. Schon früh musste er eine wegweisende Entscheidung treffen. „Batigol“ als Basketballspieler? Mit der Hand am Ball passt wohl eher zu Diego Maradona. Batistuta musste sich entscheiden zwischen der Liebe zum Basketball und der zum Fußball. Die Wahl fiel bekanntermaßen zugunsten des Fußballs aus. In den nächsten vier Jahren heuerte er bei den Top-Klubs der argentinischen Liga an: Newell’s Old Boys, River Plate und Boca Juniors. 1991 wechselte er dann nach Europa zum AC Florenz für den er die nächsten 9 Jahre auf Torejagd gehen sollte.

Liga der undurchdringbaren Defensive? Nicht für Batistuta!

Kaum angekommen in der Serie A, begann „Batigol“ zu treffen. Schon in der ersten Saison für den AC Florenz knipste er 13 Mal in 27 Spielen. Dabei war die italienische Liga weltberühmt für ihre extrem starken Defensivabteilungen. Das Besondere an Gabriel Batistuta war, dass er die wenigen Räume und die wenigen Chancen, die sich boten, eiskalt nutzte. Zudem zögerte er nie, auch in scheinbar unmöglichen Situationen den Abschluss zu suchen. Mit seiner extremen Schusskraft konnte er immer wieder aus der Distanz treffen, sodass er die starken Abwehrketten nicht ausspielen musste.

Der „Supercoppa Italiana“ geht an… GABRIEL BATISTUTA!!!

Nicht nur in der Liga war „Batigol“ treffsicher, auch im italienischen Pokal konnte er immer wieder einnetzen. Den mit Abstand größten Anteil an einem Titelgewinn hatte der Stürmer im italienische Supercup 1996. Als Pokalsieger mit dem AC Florenz spielte er gegen den Meister AC Milan und traf beim 2:1-Erfolg doppelt. Sein erstes Tor erzielte er nach einem eleganten Heber, mit dem er Paolo Maldini und Franco Baresi alt aussehen ließ. Nachdem die Mailänder den Ausgleich machten, schoss Gabriel Batistuta ein direktes Freistoßtor und gewann damit quasi im Alleingang das Spiel und den Pokal!

Erfolge von Gabriel Batistuta

  • 2 x Copa-América-Sieger (1990/91, 1992/93)
  • 1 x Confederations-Cup-Sieger (1992)
  • 1 x italienischer Meister (2000/01)
  • 1 x argentinischer Meister (1990)
  • 1 x italienischer Pokalsieger (1995/96)
  • 2 x italienischer Supercup-Sieger (1996/97, 2000/01)

Herzensangelegenheit AC Florenz

Gabriel Batistuta war nicht nur ein begnadeter Fußballer, sondern auch ein Mann mit Charakter. Abgesehen davon, dass er in der Serie A mit 183 Tore in 318 Spielen der siebtbeste Torschütze aller Zeiten ist, konnte er das Publikum auch anders begeistern: Als er in der Saison 92/93 mit dem AC Florenz abstieg, erhielt er viele Angebote, unter anderem von Real Madrid und Manchester United. Batistuta schlug sie alle aus und unterstützte sein Team beim direkten Wiederaufstieg 93/94. Diese Entscheidung verschaffte ihm noch mehr Anerkennung seitens der Fans. Insgesamt erzielte er in 314 Spielen 194 Tore für den AC Florenz und ist damit Rekordtorschütze des Vereins. 2014 nahm ihn der Verein aufgrund seiner Verdienste in die Hall of Fame auf. Ein bewegender Moment, bei dem die enge emotionale Verbundenheit zwischen Verein und Spieler erkennbar wurde: „Batigol“-Gesänge und der weinende Gabriel Batistuta.

Die Karriere von Gabriel Batistuta in Zahlen

Vereinszugehörigkeit Verein Spiele Tore
1988 – 1989 Newell’s Old Boys 16 4
1989 – 1990 River Plate 19 3
1990 – 1991 Boca Juniors 30 13
1991 – 2000 AC Florenz 314 194
2000 – 2003 AS Rom 87 33
01/2003 – 05/2003 Inter Mailand 12 2
2003 – 2005 Al-Arabi (Katar) 21 25

Was macht Gabriel Batistuta heute?

Seit seinem Karriereende 2005, plagen den Argentinier physische und als Folge dessen auch psychische Probleme. Extreme Knie- und Knöchelschmerzen sowie Knorpelschäden belasten ihn seit Jahren, sodass Batistuta im Jahr 2014 sogar überlegte, sich die Beine amputieren zu lassen. Damals beschrieb er, dass ihn die alltäglichsten Bewegungen wie zum Beispiel das Aufstehen aus dem Bett extrem herausfordern würden. Gabriel Batistuta gelangte an seine körperlichen Grenzen und hatte das Gefühl seinen Stolz zu verlieren. Weil die Schmerzen unerträglich waren und er durch die Beschwerden auch einnässte, zog er die außergewöhnliche Maßnahme in Betracht. Sein Arzt konnte ihn letzten Endes von einem harmloseren Eingriff überzeugen, bei dem Schrauben eingesetzt wurden, um die Sehnen und den Knorpel in Batistutas Beinen zu entlasten. Die Maßnahme konnte das Problem größtenteils lösen, wodurch „Batigol“ seine mentale Krise überwinden konnte.

Seitdem kann der ehemalige Fußballprofi seinen Ruhestand gemeinsam mit seiner Familie genießen. Gabriel Batistuta ist seit 1990 mit seiner Frau Irina verheiratet mit der er vier Söhne hat: Thiago, Lucas, Joaquim und Shamel. Die Familie lebt seit 2007 wieder in Argentinien. Dort bewegt Batistuta sich wieder, geht joggen und spielt unter anderem Golf und Polo. Darüber hinaus hat er in seiner Heimat eine Trainerausbildung absolviert und wünschte sich, in das Fußballgeschäft zurückzukehren. Dies gelang ihm 2012, als er einen Job als Sportdirektor beim argentinischen Club Colón übernahm, den er aber aus persönlichen Gründen nach einer Saison aufgeben musste. Gabriel Batistuta träumt davon, irgendwann einmal Trainer der argentinischen Nationalmannschaft zu sein. Wer weiß, vielleicht sehen wir ja Messi und Batistuta, die beiden erfolgreichsten argentinischen Torjäger aller Zeiten, noch einmal zusammen jubeln.

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