Diego Armando Maradona – die Koryphäe des argentinischen Fußballs

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Diego Armando Maradona, 1987 Neapel

Diego Armando Maradona gilt nicht nur in seiner Heimat als bester Fußballer aller Zeiten, sondern gewann auch eine Abstimmung zum besten Fußballer des 20. Jahrhunderts. Seine Künste am Ball verzückten vor allem in den 80er Jahren die ganze Welt. Sein großes Talent ermöglichte ihm eine grandiose und erfolgreiche Karriere, die allerdings immer wieder von Eskapaden begleitet war. Dabei prägten besonders die vielen Drogen-Skandale den öffentlichen Niedergang eines Superstars. Trotz der charakterlichen Fehltritte bleibt Maradona für seine Fans der Größte aller Zeiten und behält aufgrund seiner sportlichen Leistungen den Legendenstatus.

Diego Armando Maradona findet seine große Liebe

Am 30. Oktober 1960 kam Diego Armando Maradona im argentinischen Lanús auf die Welt. Als eines der acht Kinder von Diego Maradona Senior und Dalma Salvadore Franco wuchs er unter ärmlichen Verhältnissen auf. Der kleine Diego Armando verliebte sich früh in das runde Leder und fiel den Scouts eines argentinischen Erstligisten schon im Alter von neun Jahren auf. Bei den Argentinos Juniors hielt Maradona, was man sich von ihm versprach – nach seinem Beitritt verlor sein neues Team in den kommenden 136 Spielen kein einziges Mal und Diego Armando Maradona bekam den Ruf eines Goldjungen.

Diego Armando Maradona, Debüt

Schon in jungen Jahren drängte er sich dem Herrenbereich auf, indem er bei Spielen der ersten Mannschaft in der Halbzeit für Unterhaltung sorgte. Ein 22-facher Übersteiger und das sogenannte „Marseille-Roulette“ gehörten schon zu Diegos Grundrepertoire, lange bevor Zinedine Zidane den Trick endgültig berühmt werden ließ. Weil der kleine Argentinier weiterhin überzeugte, reichte es schnell für mehr als nur den Auftritt als Halbzeit-Amüsement – Maradona war noch keine 16 Jahre alt, da lief er erstmals für die Argentinos Juniors in der höchsten argentinischen Spielklasse auf.

Youngster Maradona wie im Rausch

Nach seinem Ligadebüt im Oktober 1976 erhielt Diego Armando Maradona kurze Zeit später eine Einladung zur argentinischen Nationalmannschaft, für die er schon vier Monate später debütierte. Die ersten Erfolge des Goldjungen ließen nicht lange auf sich warten. 1979 schoss er sich mit 26 Treffern zum Torschützenkönig der ersten Liga und führte im selben Jahr die U20-Auswahl Argentiniens zur Weltmeisterschaft. Aufgrund seiner grandiosen Leistungen wurde Maradona schon mit 19 Jahren zu Argentiniens und sogar Südamerikas Fußballer des Jahres gewählt.

Diego Armando Maradona, 1979 U-20 WM

Auch danach nahm der Erfolg kein Ende, der junge Maradona verzückte ein Jahr später mit 43 Toren in 45 Spielen und entwickelte sich auch im Nationalteam zur zentralen Figur. Im Jahr 1981 wechselte Maradona zum größten Klub des Landes, den Boca Juniors. Dort gelang ihm gleich im ersten Jahr der Titelgewinn, wodurch der inzwischen 21-jährige Diego Armando Maradona die Begierde europäischer Klubs weckte. Schlussendlich blieb es beim einjährigen Intermezzo bei Boca mit anschließendem Wechsel zum FC Barcelona. Nach zwei Jahren bei den Katalanen heuerte Diego beim SSC Neapel an, wo er sein großes Glück finden sollte.

Die ewige Nummer 10 des SSC Neapel

In das süditalienische Neapel kam Maradona als großer Hoffnungsträger, fast schon Heilsbringer. Vereinsführung und Fans sehnten sich nach der großen Blütezeit unter dem Argentinier. Und einmal mehr sollte Diego Armando Maradona alle Erwartungen erfüllen. Von 1984 bis 1991 ging er nicht nur erfolgreich auf Torejagd, sondern bescherte dem Verein die ersten nationalen sowie internationalen Titel. Insgesamt reichte es für Maradona und Neapel für zwei italienische Meisterschaften, einen nationalen Pokal sowie Superpokal und den Triumph im UEFA-Cup 1988/89.

Diego Armando Maradona, SSC Neapel

Alle Beteiligten wussten, wem der Dank gebührt. Der kleine Argentinier mit der Nummer 10 hatte die italienische Fußballwelt auf den Kopf gestellt. So groß der Ärger der norditalienischen Klubs wie zum Beispiel AC Mailand war, so groß war die Freude bei den Verantwortlichen und den Fans des SSC Neapel. Bis heute ist Diego Armando Maradona eine Legende und der gefeierte Held des Vereins. Aufgrund seiner Verdienste vergab Neapel nie wieder die Rückennummer 10, um Maradona für immer und ewig zu ehren.

Diego Armando Maradona – Erfolgsdaten auf Vereinsebene

  • argentinischer Meister (1981)
  • spanischer Pokalsieger (1982/83)
  • spanischer Superpokalsieger (1983/84)
  • 2x italienischer Meister (1986/87, 1989/90)
  • italienischer Pokalsieger (1986/87)
  • italienischer Superpokalsieger (1990/91)
  • UEFA-Cup-Sieger (1988/89)

Maradona machts mit Händchen

Auch auf internationaler Bühne im Dress der Nationalelf fiel der Argentinier auf – positiv wie negativ. Vor allem bei der Wm 1986 überzeugte er durch ein wunderschönes Tor gegen England. Sein Dribbling über das gesamte Feld, inklusive Spaziergang durch die englische Hintermannschaft brachte Argentinien ins Halbfinale und wurde 2002 sogar zum Tor des Jahrhunderts gewählt. Im selben Spiel fiel er allerdings äußert unangenehm auf, weil er ein Tor abischtlich mit der Hand erzielte. Der Vorfall ist bis heute einer der größten Betrugsfälle der Fußballhistorie und bekannt als „die Hand Gottes“.

Diego Armando Maradona, Tor des Jahrhunderts

Fernab der außergewöhnlichen Momente überzeugte Maradona auch durch konstante Leistung in der Nationamannschaft. Dabei führte er die „Albicileste“ 1986 zum zweiten Weltmeistertitel, als er unter anderem den 3:2-Siegtreffer im Finale gegen Deutschland vorbereitete. Auch bei der nächsten Weltmeisterschaft wirbelte er mächtig mit und stand 1990 erneut im Finale gegen Deutschland. Diesmal blieb der Argentinier blass und Deutschland besiegte Argentinen mit 1 zu 0.

Diego Armando Maradona – Erfolgsdaten mit der Nationalelf

  • U20-Weltmeister (1979)
  • Weltmeister (1986)
  • Vize-Weltmeister (1990)
  • Tor des 20. Jahrhunderts (1986 gegen England)

Die dunkle Seite des Diego Armando Maradona

Im Anschluss an die WM 1990 sorgte Maradona nicht nur durch ausbleibende Leistung, sondern besonders wegen eines Doping-Eklats für negative Schlagzeilen. Dabei konnte dem Sportler der Konsum von Kokain nachgewiesen werden, weshalb der SSC Neapel den Vertrag mit dem Superstar auflöste. Darüber hinaus folgten eine Freiheitsstrafe auf Bewährung, eine monatelange Sperre durch den argentinischen Fußballverband und eine Entziehungskur. Diese prägenden Erlebnisse sollten Maradona nie wieder zum alten Star auf dem Rasen werden lassen.

Diego Armando Maradona, dick

Trotz des Rückschlags kämpfte sich der Argentinier zurück in den Fußball und gehörte im Jahr 1994 wieder zum WM-Kader. Auf der großen Bühne wollte er noch einmal überzeugen, übertrieb es jedoch mit dem Ehrgeiz, indem er auf unerlaubte Hilfsmittel zurückgriff. Nach einem gewonnenen WM-Spiel erwischte man ihn erneut mit verbotenen Substanzen im Blut, was den nächsten Doping-Skandal darstellte. Ein erneuter Entzug machte auch dieses Mal die Rückkehr auf den Platz möglich. Dabei heuerte Diego Armando Maradona 1995 bei seinem Ex-Klub Boca Juniors an, für die er am 30. Oktober 1997, also an seinem 37. Geburtstag, sein letztes Pflichtspiel bestritt.

Maradona nach seiner aktiven Zeit

Die argentinische Legende startete seine Laufbahn als Trainer noch während seiner Spielerkarriere. Von 1994 bis 2012 versuchte er es überwiegend bei kleineren arabischen und argentinischen Vereinen. Trotz mangelnder Erfahrung und schwachen Leistungsdaten kam es im Jahr 2008 zum großen Highlight. Maradona wurde zum Nationaltrainer Argentiniens und erreichte das Viertelfinale der WM 2010 – wegen verschiedener Vorstellungen in Sachen Trainerstab trennten sich jedoch nach der WM die Wege.

Diego Armando Maradona, Trainer

Nach einer fünfjährigen Pause als Chef-Trainer unterzeichnete Maradona im Mai des Jahres 2017 seinen nächsten Trainervertrag, diesmal beim Fujairah SC in der zweiten Liga der Vereinigten Arabischen Emirate. Abseits des Fußballplatzes entwickelte sich der ehemalige Superstar zu einem übergewichtigen Junkie, weshalb er in den Jahren 2000 und 2004 jeweils eine Entziehungskur machte. Auch das extreme Übergewicht von phasenweise mehr als 75 Kilogramm forderte extreme Schritte: Zweimal musste Diego Armando Maradona eine Magen-Bypass-Operation über sich ergehen lassen.

Aber keine der vielen Eskapaden sorgte dafür, dass sich die Legende zurückzog. Ganz im Gegenteil, Maradona kam immer wieder zurück in das Geschäft und bewies seine Liebe zum Fußball. Seine ganze Leidenschaft und Energie will er seit 2017 in Entwicklungsprojekte der Fifa stecken. Vielleicht ist das der entscheidende Schritt, um auch abseits des Spielfeldes einen guten Ruf zu erlangen.

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