Der Champions-League-Pokal: Die Geschichte des Henkelpotts

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Champions-League-Pokal

In der Königsklasse streben Europas Top-Klubs jedes Jahr nach dem größten Titel auf Vereinsebene, dem Champions-League-Pokal. Allerdings darf am Ende jeder Saison nur eine Truppe die begehrenswerte Trophäe sein Eigen nennen. Bekommt der Sieger der Champions League wirklich einen Pokal für die Ewigkeit oder handelt es sich um einen Wanderpokal? Diese und viele weitere Fragen rund um den „Henkelpott“ beantwortet unsere Redaktion.

Die Entstehung der Trophäe

Der erste Champions-League-Pokal wurde von der französischen Zeitung „L’Équipe“ gesponsort und von der ersten Saison an im Jahr 1955/56 an den Gewinner der Königsklasse übergeben. Diese Ritual hatte Bestand bis man sich 1967 entschied die Trophäe in den Besitz von Real Madrid zu geben – der Klub hatte bis dato sechsmal den Titel geholt und sich so diese Ehre verdient.

Für die kommende Saison sollte eine neuer Pokal her, sodass die UEFA den Schweizer Jürg Stadelmann für das Projekt beauftragte, der sich neben seinen eigenen Ideen auch noch Inspiration von Horst Heeren holte. Jener arbeitete damals in einer Bremer Silbermanufaktur und erhielt von Stadelmann den Auftrag, Entwürfe für den neuen Champions-League-Pokal zu kreieren. Letzten Endes entstand aus diversen Skizzen beider Designer die Form des „Henkelpotts“ wie wir ihn heute kennen.

Nachbildungen statt Wanderpokal

Im Jahr 1967 gewann Celtic Glasgow den Europapokal der Landesmeister und erhielt als erstes Team den neuen Champions-League-Pokal. Im Folgenden bestimmte die UEFA, dass die neue Trophäe als Wanderpokal fungieren solle. So behielt der amtierende Champions-League-Sieger den „Henkelpott“ für ganze zehn Monate, ehe er zurück an die UEFA ging. Diese übergab sie dann wiederum dem nächsten Gewinner der Königsklasse. Als Erinnerung an den Triumph ließ die UEFA dem jeweiligen Gewinner nach Abgabe der originalen Trophäe eine Nachbildung produzieren. Um diese vom Original unterscheiden zu können, waren sie bis 2009 etwas kleiner als der echte „Henkelpott“.

Champions-League-Pokal, Nachbildung und Original

Doch nicht jedes Team muss den echten Pokal wieder abgeben: Klubs, die den Wettbewerb dreimal in Folge gewinnen oder ihren fünften Titel insgesamt einfahren dürfen den „Henkelpott“ mit nach Hause nehmen und ihn tatsächlich ihr Eigen nennen! In diesem Fall lässt die UEFA einen Nachfolger des Originals herstellen, für den das gleiche Prozedere gilt. Durch jeweils fünf Triumphe verdienten sich bisher sechs Klubs ihren eigenen Champions-League-Pokal: Real Madrid, Ajax Amsterdam, Bayern München, AC Milan, FC Liverpool und FC Barcelona!

Seit 2009 wandert das Original gar nicht mehr von Sieger zu Sieger, sondern bleibt unter der Obhut der UEFA. Lediglich zur feierlichen Pokalübergabe nach dem Champions-League-Finale wird es noch verwendet. Anschließend erhält der Titelträger eine Nachbildung in Originalgröße inklusive Gravur des Vereinsnamens.

Was ist der Champions-League-Pokal eigentlich wert?

Der aktuelle Pott stammt aus dem Jahr 2006 und wurde hergestellt, weil sich Liverpool ein Jahr zuvor den fünften Titel in der Königsklasse holte. Es entstand der fast 75 Zentimeter große und acht Kilogramm schwere Nachfolger. Ein originaler Champions-League-Pokal besteht in der Regel fast vollständig aus echtem Silber und enthält ebenfalls etwas Blattgold. Nichtsdestotrotz ist das Material des Pokals „nur“ etwa 2.000 Euro wert.

Was den Champions-League-Pokal um einiges wertvoller macht, sind die vielen Arbeitsstunden, die seine Herstellung und vor allem sein Entwurf gekostet haben. Den künstlerischen Wert des „Henkelpotts“ schätzte eine Künstlervereinigung auf etwa 50.000 Euro. Darüber hinaus steigt der Wert ins Unermessliche, wenn man sich vor Augen führt, was er symbolisiert: Wer ihn gewinnt, setzt sich auf Europas Fußball-Thron, von wo aus er mindestens ein Jahr lang nicht verdrängt werden kann!

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